Professor Berthold Kellermann "Der Meister vom Stuhl" in der Freimaurerloge München

  • Berthold Kellermann wird am 5. März 1853 in Nürnberg als Sohn von Gottlieb Kellermann, Realschullehrer am Landwirtschaftlichen Instituts in Neudorf bei Neustadt an der Aisch, und seiner Frau Sophie, geb. Hausknecht, geboren
  • Berthold erhält bei seinem Vater bereits im Alter von 9 Jahren Klavierunterricht
  • Nach der Volksschule wechselt er auf das humanistische Gymnasium in Nürnberg
  • Von 1866-1870 besucht er gleichzeitig zu seiner Gymnasialausbildung die Musikschule von Lisa Ramann, einer bekannten Liszt-Biographin
  • Mit 16 Jahren erkrankt er schwer an Typhus. Die Krankheit fesselt ihn über vier Monate an das Krankenlager. Nach seiner Genesung rät der Arzt dringend zu einer längeren Betätigung im Freien. Kellermann geht deshalb auf ein Jahr an das Landwirtschaftliche Institut in Lichterhof, in dem sein Vater Lehrer ist
  • 1870 wird er als 17jähriger Aushilfslehrer an der Ramann´schen Musikschule in Nürnberg angestellt Ein Beinbruch seines Vaters zwingt Berthold zur zweijährigen Pflege des Patienten
  • Im Mai 1870 begegnet er erstmals Franz Liszt bei der Tonkünstler-Versammlung in Weimar
  • Anlässlich der Grundsteinlegung des Bayreuther Festspielhauses im Jahr 1872 reist er nach Weimar, wo er auch Franz Liszt vorspielen darf
  • Ab 1873 erhält er in den Sommermonaten sechs Jahre lang Unterricht bei Franz Liszt
  • 1874 studiert er jeweils im Herbst und Winter in Berlin an der Universität Medizin, Naturwissenschaften, Philosophie, Geschichte, Psychiatrie, logische Prinzipien der Erfahrungswissenschaften, Akustik und Musikgeschichte
  • 1875 bis Herbst 1876 unterrichtet Kellermann als Klavierlehrer in der „Neuen Akademie der Tonkunst“ in Berlin
  • 1876 fasst Berthold den Plan, seinen Meister Franz Liszt mit einer Aufführung des „Christus-Oratoriums“ zu überraschen. Ein „Nein“ zu der Aufführung von Liszt stürzt Kellermann in große finanzielle Schwierigkeiten,da er Saalmiete, Chor und Orchester aus eigener Tasche bezahlt hat. Ein Brauereibesitzer hilft ihm die größten Schulden zu begleichen.

  • 1878 übersiedelt er von Berlin nach Bayreuth, wo er bis 1881 tätig ist. Er übernimmt die Musikausbildung bei den Töchtern von Richard und Cosima Wagner
    -gleichzeitig ist er Richard Wagner bei musikalischen Ausarbeitungen behilflich (z.B. arbeitet er bei
    „Parzifal“ mit)
    -er übernimmt auch die Leitung des Bayreuther Orchestervereins
    -und wird Hofpianist bei Herzog Alexander von Württemberg
    -Berthold lernt seine spätere Frau Carola von Freiersleben kennen, mit der er sich 1880 verlobt
  • Kurzzeitig geht er zurück nach Nürnberg zu seinen Eltern und gibt dort Klavierunterricht und Konzerte
    -Er übernimmt den Vorstand des Erlanger Studentengesangvereins
  • 1881 lernt er Urfeld am Walchensee kennen
    -Für eine erfolgreiche Rettung von Bergsteigerinnen wird er mit einer Medaille ausgezeichnet
  • 1882 tritt er probeweise als Hilfslehrer in die Münchner Musikschule ein
  • 1883 findet im Juli die Hochzeit mit Carola von Freiersleben statt
    -für erworbene Verdienste erhält er den Ritterorden vom weißen Falken
  • 1884 Die Münchner Musikschule stellt Kellermann als festes Mitglied an
    -Er wird Logenbruder bei den Freimaurern
    -Man ehrt ihn mit der von König Ludwig II. gestifteten goldenen „Medaille für Wissenschaft und Kunst“
  • Kellermann bemüht sich mit zahlreichen Konzerten, die Liszt´sche Musik dem Münchener Publikum nahe zu bringen
  • 1917 werden überall Kirchenglocken für Kriegsmaterial umgeschmolzen
    -Kellermann soll die Glocken bewerten, die besonderen, historischen, künstlerischen oder musikalischen Wert haben
  • 1919-1920 ist er Direktor an der Königlichen Akademie für Tonkunst in München
  • 1921 tritt er in den Ruhestand
  • Am 14. Juni 1926 stirbt Berthold Kellermann in München